Ghosting in der Arbeitswelt

10 Prozent der BewerberInnen kündigen vor Jobantritt. Wie Unternehmen vorbeugen können.

Zehn Prozent der Jobsuchenden haben einen unterschriebenen Arbeitsvertrag schon mal vor Antritt der neuen Stelle wieder gekündigt. Oder sie haben ihre Firma geghostet und sind ohne formale Kündigung einfach nicht zum ersten Arbeitstag erschienen. So das Ergebnis einer Onlineumfrage des Recruiting-Softwareherstellers Softgarden aus August 2023, an der mehr als 3800 BewerberInnen teilgenommen haben. 

Ghosting – ein Begriff, den man ursprünglich aus dem Dating kennt – bezeichnet den plötzlichen Abbruch eines Kontakts ohne einen erkennbaren Grund und ohne eine Ankündigung. Er findet nun vermehrt Einzug in die Recruiting-Welt. Dort tritt Ghosting etwa auf, wenn BewerberInnen plötzlich nicht mehr auf Anrufe, E-Mails oder Nachrichten vom Unternehmen reagieren. Auch nicht, wenn bereits Einstellungsgespräche absolviert wurden – und sogar vor einem unterschriebenen Arbeitsvertrag macht Ghosting kein Halt.

Die Ghosting-Gründe sind vielfältig: bessere Jobangebote von anderen Unternehmen, Unzufriedenheit mit dem Bewerbungsprozess oder dem Verhalten der Vorgesetzten, Änderungen im persönlichen Umfeld, mangelnde Kommunikation seitens des Unternehmens. Die Konsequenzen für den Arbeitgeber sind umso teurer. Dabei lässt sich die Wahrscheinlichkeit dieses Phänomens reduzieren. Hier kommen 5 Empfehlungen, mit denen es gelingt, als Unternehmen weniger geghostet zu werden:

Klare Kommunikation

Stellen Sie sicher, dass der Bewerbungsprozess transparent und klar ist. Dies umfasst Informationen über den Ablauf, die Erwartungen und den Zeitplan. Halten Sie BewerberInnen über den Status ihrer Bewerbung auf dem Laufenden und informieren Sie sie rechtzeitig über Entscheidungen.

Regelmäßiges Feedback

Bieten Sie konstruktives Feedback während des Bewerbungsprozesses an. Wenn BewerberInnen den Eindruck haben, dass sie ernst genommen werden und wertvolles Feedback erhalten, sind sie eher geneigt, in Kontakt zu bleiben und sich zu engagieren.

Persönliche Vorstellungsrunden

Gestatten Sie BewerberInnen, das zukünftige Team und die Führungskräfte persönlich kennenzulernen. Dies ermöglicht es beiden Seiten, eine bessere Vorstellung von der Passung zu bekommen.

Bessere Integration von Neueinstellungen

Stellen Sie sicher, dass neue Mitarbeitende von Anfang an in das Unternehmen und das Team integriert werden. Ein effektives Onboarding-Programm kann dazu beitragen, dass sich neue Mitarbeitende willkommen und wertgeschätzt fühlen.

Klare Verträge und Arbeitsbedingungen

Gestalten Sie Arbeitsverträge und -bedingungen klar und verständlich. Wenn es Änderungen geben sollte, kommunizieren Sie diese offen und rechtzeitig und bieten Sie den Mitarbeitenden die Möglichkeit, dazu Rückfragen zu stellen.

Was die Zahlen deutlich zeigen: Die Zeiten, in denen der Markt den Arbeitgebern die Wahl lässt, sind vorbei. Nun sind es vor allem die Unternehmen, die sich beweisen müssen.

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